{"id":38172,"date":"2025-09-11T21:01:55","date_gmt":"2025-09-11T19:01:55","guid":{"rendered":"https:\/\/bergers-schlagerparadies.de\/?p=38172"},"modified":"2025-09-11T21:01:55","modified_gmt":"2025-09-11T19:01:55","slug":"heinz-rudolf-kunze-angebot-und-nachfrage-album-%c2%b7-bergers-schlagerparadies","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bergers-schlagerparadies.de\/?p=38172","title":{"rendered":"Heinz Rudolf Kunze &#8211; Angebot und Nachfrage (Album) \u00b7 Berger\u00b4s Schlagerparadies"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-38173 alignleft\" src=\"https:\/\/bergers-schlagerparadies.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Heinz-Rudolf-Kunze-Angebot-und-Nachfrage-Album-300x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/bergers-schlagerparadies.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Heinz-Rudolf-Kunze-Angebot-und-Nachfrage-Album-300x300.jpeg 300w, https:\/\/bergers-schlagerparadies.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Heinz-Rudolf-Kunze-Angebot-und-Nachfrage-Album-1024x1024.jpeg 1024w, https:\/\/bergers-schlagerparadies.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Heinz-Rudolf-Kunze-Angebot-und-Nachfrage-Album-150x150.jpeg 150w, https:\/\/bergers-schlagerparadies.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Heinz-Rudolf-Kunze-Angebot-und-Nachfrage-Album-768x768.jpeg 768w, https:\/\/bergers-schlagerparadies.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Heinz-Rudolf-Kunze-Angebot-und-Nachfrage-Album-1188x1188.jpeg 1188w, https:\/\/bergers-schlagerparadies.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Heinz-Rudolf-Kunze-Angebot-und-Nachfrage-Album-100x100.jpeg 100w, https:\/\/bergers-schlagerparadies.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Heinz-Rudolf-Kunze-Angebot-und-Nachfrage-Album.jpeg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>\u201eManchmal ist Pop auch okay.\u201c<br \/>\nAngebot und Nachfrage \u2013 das neue Album von Heinz Rudolf Kunze<br \/>\nWortgewaltig, rockig, w\u00fctend, melancholisch. Eigentlich, wie man ihn kennt \u2013 und doch ist einiges anders. Oder besser: direkter.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Kulturphilosophen Bazon Brock steht Alter f\u00fcr Vollendung, Meisterschaft, Gelingen und Scheitern. Probleme seien immer l\u00f6sbar, sagte er einmal. Das einzig Unl\u00f6sbare sei der Tod. Es k\u00f6nnte eine treffende Beschreibung von Heinz Rudolf Kunzes neuem Album \u201eAngebot und Nachfrage\u201c sein. Sein inzwischen 47. Werk ist ein meisterliches, abgehangenes Sp\u00e4twerk \u00fcber die gro\u00dfen Themen des Lebens. Seine Fans werden ihn daf\u00fcr feiern. Alle anderen sollten unbedingt sein Angebot annehmen \u2013 genug Nachfrage nach seinen Geschichten besteht. Irgendwie sind es nach \u00fcber vierzig Jahren im Gesch\u00e4ft immer noch die gleichen Themen, wor\u00fcber sich nicht nur Heinz Rudolf Kunze manchmal wundert. Wie viele seiner Generation stellt er sich auf dem Album mehr denn je die Frage, was wir hinterlassen, wenn wir gehen. Sechzehn Songs \u00fcber Herkunft, Heimat, Zugeh\u00f6rigkeit und Identit\u00e4t. Kunze deutet auf die Probleme der Welt und den Irrsinn deutscher Innenpolitik. Es besch\u00e4ftigt ihn viel in diesen Zeiten: die n\u00e4herkommenden Kriege mit ihrer unendlichen Todesspirale und die Unf\u00e4higkeit der Menschheit, sich daraus zu befreien. Aber Resignieren war noch nie eine Eigenschaft des Rockpoeten.<\/p>\n<p>Wie immer bleibt er auf \u201eAngebot und Nachfrage\u201c auch ein K\u00e4mpfer f\u00fcr die Liebe. Bei aller Schwere der Themen blitzt sie immer wieder auf \u2013 wie ein leuchtender Hoffnungsstern, den er von allen Seiten betrachtet. Mal altersgem\u00e4\u00df ironisch-distanziert, mal weniger ernsthaft wie ein ewig Junggebliebener.<\/p>\n<p>\u201eAngebot und Nachfrage\u201c sei wie eine Trilogie, ein Konglomerat aus den beiden Vorg\u00e4ngern \u201eDer Wahrheit die Ehre\u201c und \u201eK\u00f6nnen vor Lachen\u201c.<br \/>\nEs kommt ganz sch\u00f6n geballt, was uns Heinz Rudolf Kunze da anbietet. Aber keines der Lieder hinterl\u00e4sst uns ratlos. Es gibt am Ende immer eine L\u00f6sung \u2013 sei es Liebe, Freundlichkeit oder die Suche nach Gemeinsamkeiten. Dass es damit mitunter leichter und gelassener durchs Leben geht, ist vielleicht auch eine Meisterschaft des Alters.<\/p>\n<p>Verpackt sind Kunzes Geschichten in einen durchg\u00e4ngig klar strukturierten und nie zu dichten Sound, der stark an fr\u00fchere Alben erinnert. Daf\u00fcr gesorgt hat erneut Produzent Udo Rinklin. Es ist bereits die dritte Zusammenarbeit der beiden. Herausgekommen ist eine Frischzellenkur, die S\u00e4nger und Band gut steht.<\/p>\n<p>Alle sechzehn Songs des Albums leben vom Bandfeeling. Mehr denn je hat man den Eindruck, da spielt eine homogene, gewachsene Einheit zusammen. \u201eIch habe jetzt seit ein paar Jahren eine Band, die alles schl\u00e4gt. Menschlich \u2013 vor allem in der Harmonie untereinander. Wie wir uns gegenseitig helfen und wie alle mitziehen, wie alle begeistert sind, alles geben. Es ist ein Hochgenuss, mit denen zu arbeiten. Ich habe mich noch nie in meiner langen Laufbahn auf der B\u00fchne so wohlgef\u00fchlt wie seit f\u00fcnf, sechs Jahren.\u201c All das \u00fcbertr\u00e4gt sich h\u00f6rbar auf die Studioarbeit und findet sich auf \u201eAngebot und Nachfrage\u201c wieder.<\/p>\n<p>Schon der Opener baut eine Br\u00fccke von Kunzes fr\u00fchen Jahren ins Jetzt. \u201eBesuch mich Marie\u201c schaut zur\u00fcck auf das, was geworden w\u00e4re, wenn es geklappt h\u00e4tte mit der gro\u00dfen Liebe. Dieser Song k\u00f6nnte die Fortsetzung von \u201eDein ist mein ganzes Herz\u201c sein \u2013 nur im gelasseneren R\u00fcckblick. (Ein sehr modernes und reduziertes Remake des Hits aus 1985 im Duett mit Annett Louisan ist \u00fcbrigens als Bonustrack auf dem Album zu h\u00f6ren.)<br \/>\nRealistischer schildert der zweite Song \u201eDann f\u00e4ngt die Liebe an\u201c die Vorz\u00fcge einer abgehangenen Liebe, wo man sich gegenseitig die Kohlen aus dem Feuer holt und immer noch f\u00fcreinander brennt. Auch \u201eDas was niemals war\u201c als Nummer drei feiert die Liebe. Noch lehnen wir uns entspannt zur\u00fcck. Sch\u00f6ne Bilder \u2013 wie ein Vorspann f\u00fcr das, was kommt.<\/p>\n<p>Dann packt Heinz Rudolf Kunze zum ersten Mal die Keule aus. \u201eDie Angst geht um\u201c ist der Einstieg in die politischen St\u00fccke der Platte (und davon gibt es einige). Nah am Heavy Metal gebaut, will die Nummer wachr\u00fctteln und zeigt gleichzeitig die Vielseitigkeit der Produktion. Bass und Schlagzeug treiben schwere Gitarren an, der Song steigert sich mit jedem Takt immer weiter in das Gef\u00fchl hinein. Die Angst im Nacken wird sp\u00fcrbar. Kunze malt darauf ein Sittengem\u00e4lde der Stimmung im Land. So direkt hat man ihn selten geh\u00f6rt. Radikal sagt er, was ist: Wir wissen eigentlich alle, wie es um uns steht, aber die wahren Probleme werden dennoch nie angesprochen. So \u00fcberlassen wir unser Schicksal ohnm\u00e4chtig \u201eHexenj\u00e4gern\u201c und \u201eTotargumenteschl\u00e4gern\u201c \u2013 Letzteres ist eines der vielen gelungenen Wortspiele auf dem Album. \u201eAngst ist dumm\u201c, singt HRK \u2013 und schon im Song gibt es die L\u00f6sung wider des Duckm\u00e4usertums: Ehrlichkeit, mehr Freiheit wagen.<\/p>\n<p>\u201eWer mit 20 Jahren kein Kommunist ist, hat kein Herz \u2013 wer es mit 40 noch ist, hat keinen Verstand\u201c, wurde einst Churchill in den Mund gelegt. Viele Kinder der Nachkriegsgeneration kennen diesen Satz von ihren Eltern. Er klingt bis heute nach. Und so ist der n\u00e4chste Song \u201eDu musst Dich irren\u201c, neben einer ironischen Schilderung der Bequemlichkeit, auch eine Aufforderung, sich vielleicht \u00f6fter mal zu hinterfragen, um seine Meinung zu justieren.<\/p>\n<p>Als Texter geh\u00f6rt Heinz Rudolf Kunze zu den gr\u00f6\u00dften der Gegenwart. Auf \u201eAngebot und Nachfrage\u201c zeigt sich das ganz besonders auf dem wundersch\u00f6nen Track \u201eEinen anderen Menschen lieben\u201c. In der Tradition gro\u00dfer deutscher Dichtkunst sinniert er \u00fcber die Liebe. Verpackt in eine tolle Ballade, die am Ende gro\u00df aufgeht, finden wir hier Kunzes Lieblingszeile auf dem Album: \u201eEs ist wie in der Luft nach Gold zu sieben, am Ende ist das Sieb voll Sonnenlicht.\u201c Solche Worte flie\u00dfen mitunter einfach aus ihm heraus. \u201eDas ist so ein Moment, da lehnst du dich zur\u00fcck und denkst: Wo kommt das jetzt her? Wer hat mir das gerade geschenkt?\u201c<\/p>\n<p>Der Titel \u201eAngebot und Nachfrage\u201c bringt dem Hannoveraner seine Definition von Kunst auf den Punkt: \u201eIch mache ein Angebot, das eine tiefere Nachfrage enth\u00e4lt. Mehr kann Kunst nicht tun.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAngebot und Nachfrage\u201c ist wie eine Reise. Heinz Rudolf Kunze nimmt uns mit in sein Inneres, und wir sehen dabei so viel von uns selbst. \u201eIch bin tot\u201c ist eine von zwei Nummern, auf denen er sich mit der eigenen Verg\u00e4nglichkeit besch\u00e4ftigt \u2013 hier in bester Wiener Kaffeehaus-Tradition dargeboten. Schwarz und morbid fragt er, was bleibt, und stellt fest: Am Ende nicht viel. Denn auch im Tod sind die Mitmenschen noch verlogen, und man bleibt allein. Mit \u201eWozu hat man Kinder\u201c schlie\u00dft sich am Ende des Albums der Kreis. \u00dcberhaupt \u00fcberzeugt die Zusammenstellung der Songs: Nach den eher nachdenklichen Themen folgt immer eine positive Auflockerung \u2013 das macht das Album gut durchh\u00f6rbar. So auch hier: Nach dem Tod wird in \u201eIch will mehr von dir\u201c noch einmal die Liebe gefeiert, bevor \u201eAngebot und Nachfrage\u201c seinem H\u00f6hepunkt entgegensteuert.<\/p>\n<p>Jetzt wird Heinz Rudolf Kunze sehr pers\u00f6nlich und erz\u00e4hlt von sich. \u201eIrgendwo\u201c ist eine Geschichte \u00fcber Heimat, seine Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft. Auch das gab es in vierzig Jahren schon \u00f6fter \u2013 man denke nur an \u201eIch bin auch ein Vertriebener\u201c \u2013 doch hier erz\u00e4hlt er sie so emotional und pers\u00f6nlich wie nie. Aus Guben in Oberschlesien kamen seine Eltern ins Fl\u00fcchtlingslager Espelkamp, wo er 1955 geboren wurde. Seitdem ist er oft verpflanzt und herumgezogen worden. Er sei ein Heimatloser, der aber in der deutschen Sprache seine Heimat gefunden habe: \u201eIch bin zuhaus in dieser Sprache, die nach geschundenen Tr\u00e4umen klingt und die doch unzerst\u00f6rbar Reste von Hoffnung hat, wenn man sie singt.\u201c<\/p>\n<p>Musikalisch geh\u00f6rt die Nummer zu den st\u00e4rksten auf dem Album. Eine schwere, getragene, wunderbar lange Ballade, auf der Kunze so gut singt wie nie. Solche Rocksongs sind selten geworden heute. Er nimmt sich Zeit f\u00fcr die Geschichte, Text und Sound zerflie\u00dfen zu einer Einheit. Und am Ende brilliert im langen Outro eine exzessive Hammond-Orgel. Ein Hoch auf die Produktion \u2013 sehr angenehm, das mal wieder zu h\u00f6ren in der Welt der konstruierten Kurz-Hits!<\/p>\n<p>Immer wieder betont Heinz Rudolf Kunze, wie sehr ihm die Arbeit an \u201eAngebot und Nachfrage\u201c Spa\u00df gemacht hat. Das h\u00f6rt man jedem einzelnen Song an. Sie hinterlassen immer ein gutes Gef\u00fchl \u2013 langweilig wird das Album trotz seiner L\u00e4nge nie.<\/p>\n<p>Ob des \u201e\u00dcberangebots\u201c wollte Kunze schon freiwillig k\u00fcrzen. Zum Gl\u00fcck konnte er sich nicht entscheiden \u2013 und so blieben eben alle Songs auf der Platte. Weniger h\u00e4tten auch nicht gereicht f\u00fcr das, was er zu sagen hat. Sonst w\u00e4ren uns vielleicht Lieder wie \u201eJeder Tote, einer zu viel\u201c entgangen. Gro\u00dfe Philosophie, denn niemand wird bestreiten, dass dem so ist. Doch wenn es dann in der Strophe hei\u00dft: \u201eWer um sein Leben k\u00e4mpft, hat immer Recht\u201c, wird man doch etwas nachdenklicher. Was ist noch moralisch im Krieg? F\u00fchlten wir uns in Europa lange auf einer Insel des Friedens, kommen die Geister des Krieges heute immer n\u00e4her und pochen an unsere T\u00fcr. Statt weiter abzur\u00fcsten, bewaffnen wir uns wieder. Der Kreislauf hat von Neuem begonnen \u2013 und es scheint, als taumle die Welt so langsam ihrem Ende entgegen. Jegliche Bem\u00fchungen der Menschheit, in Frieden zu leben, sind gescheitert. Offenbar geh\u00f6ren Krieg und Frieden zusammen wie Ying und Yang.<\/p>\n<p>Heinz Rudolf Kunze denkt lange nach zwischen den Worten, als er die Frage beantwortet:<br \/>\n\u201eIch f\u00fcrchte auch, dass der Mensch ohne Krieg nicht denkbar ist. \u201aDer Krieg ist das Salz der Erde\u2018 \u2013 ich wei\u00df nicht, welcher Philosoph das gesagt hat, ich glaube, ein antiker. Der Mensch ist eben ein gespaltenes Wesen. Er ist auf keinen Fall nur gut, wie Jean-Jacques Rousseau behauptet, und er ist auf keinen Fall nur schlecht, wie Josef Stalin gedacht hat. Dazwischen liegt irgendwo die Wahrheit.\u201c \u201eJeder Tote, einer zu viel\u201c erz\u00e4hlt nicht vom naiven Hippietraum ewigen Friedens, kommt aber auch nicht pessimistisch daher, sondern pr\u00e4sentiert uns eine m\u00f6gliche L\u00f6sung: N\u00e4chstenliebe.<\/p>\n<p>Die w\u00e4re auch im Umgang mit Gefl\u00fcchteten angebracht. Doch wenn man auf die aktuelle Politik schaut, scheint das Gegenteil der Fall. Klar, dass Heinz Rudolf Kunze auch darauf nicht stillhalten kann. \u201eSie sind Migranten\u201c klingt wie fr\u00f6hlicher Britpop \u2013 was die Nummer gerade stark macht. \u201eDie Gr\u00fcnde panisch wegzulaufen r\u00fccken immer n\u00e4her\u201c, singt er \u2013 und h\u00e4lt auch uns den Spiegel vor.<\/p>\n<p>Seit Gr\u00fcndung der Republik haben hier Geborene so ihre Probleme mit Zugezogenen. Auch Vertriebene, Aussiedler und Gastarbeiter bekamen das in den fr\u00fchen Jahren der Republik zu sp\u00fcren. Heinz Rudolf Kunze kennt das aus eigener Erfahrung und findet wahrscheinlich auch deshalb so empathische Bilder. Parallelen mag er dennoch nicht ziehen:<br \/>\n\u201eDas ist nat\u00fcrlich schwer zu vergleichen, weil die Menschen, die heute zu uns kommen, ja nicht aus dem gleichen Kulturkreis stammen wie damals. Wir sprachen Deutsch, hatten die gleiche Schulbildung, die gleiche Religion. Wenn heute arabische, afrikanische, asiatische Menschen kommen, ist der Unterschied doch fundamental viel gr\u00f6\u00dfer. Es br\u00e4uchte auf beiden Seiten eine viel gr\u00f6\u00dfere Bereitschaft, aufeinander zuzugehen \u2013 nicht nur von den Deutschen, sondern oft auch von den Fremden.\u201c<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig bei \u201eAngebot und Nachfrage\u201c ist Kunzes Besch\u00e4ftigung mit Gott. Exemplarisch steht daf\u00fcr der Song \u201eWas bin ich eigentlich wert\u201c. Sie sei ein Dialog mit Bob Dylan, sagt er: \u201eEin Song, den man als alter Mensch singen kann (grinst). Das ist nat\u00fcrlich auch, wenn du so willst, eine Antwort auf Bob, der das Lied ja gemacht hat auf dem \u201aOh Mercy\u2018-Album, \u201aWhat Good Am I?\u2018 Ich mache das oft \u2013 ich antworte oft auf Bob, auch wenn er mich gar nicht gefragt hat.\u201c Eing\u00e4ngig und schlicht klingt der Song \u2013 und konzentriert sich ganz auf die Fragen, die sich jeder Mensch irgendwann einmal stellen sollte. Wenn man mal vor dem Himmelstor steht, braucht es Antworten. Kunze hat die Sehnsucht, dass es existiert \u2013 und m\u00f6chte mit sich im Reinen sein, falls an dem Glauben etwas dran sein sollte: \u201eIch m\u00f6chte schon gern in den Himmel kommen, ehrlich gesagt.\u201c<\/p>\n<p>Aber wie denkt Heinz Rudolf Kunze denn jetzt \u00fcber die aktuelle Entwicklung in unserem Land? Er, der sich seit Anfang seiner Karriere immer eingemischt, Unterhaltung stets mit Haltung verbunden hat und von \u201eBand f\u00fcr Afrika\u201c bis \u201eRock gegen rechte Gewalt\u201c \u00fcberall dabei war. Zusammen mit anderen hat er eine ganze Generation gepr\u00e4gt. Die Antwort gibt der Song \u201eWir sind wir\u201c \u2013 ein Bekenntnis zu Deutschland: \u201eNoch gibt es viel zu loben, aber der Zustand, in dem wir leben, ist fragil. Demokratie ist eben \u2013 anders als wir jahrzehntelang gedacht haben \u2013 keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Sie muss immer wieder mit Leben erf\u00fcllt werden. Sonst kann sie uns auch abhandenkommen. Und es kann eines Tages, wenn wir nicht aufpassen, zu einer demokratisch gew\u00e4hlten rechtspopulistischen Regierung kommen, bei der wir hinterher nicht sagen k\u00f6nnen, wir h\u00e4tten es nicht gewusst. Das ist eine Bedrohung von Ausma\u00dfen, die wir noch gar nicht erkennen k\u00f6nnen. Ich wei\u00df, dass jede Generation, wenn sie \u00e4lter wird, zur Schwarzmalerei, zum Pessimismus und zum N\u00f6rgeln neigt \u2013 und oftmals hat es sich als unbegr\u00fcndet herausgestellt, und dann kam doch etwas Gutes. Aber ich f\u00fcrchte: Wir haben recht. Es gibt so viele Probleme, bei denen ich keinerlei L\u00f6sung sehe, bei denen ich nur eine Tendenz zur Verschlimmerung sehe. Ich kann nur hoffen und beten, dass meine Kinder und Enkelchen auf Ideen kommen, die wir nicht hatten.\u201c<\/p>\n<p>Mit \u201eAngebot und Nachfrage\u201c legt Heinz Rudolf Kunze eine treffende Beschreibung des Ist-Zustandes vor. Manchmal ist es sein eigener, manchmal unserer \u2013 aber immer auch eine pr\u00e4zise Beobachtung der Verh\u00e4ltnisse, in denen wir heute leben. Musikalisch voll auf der H\u00f6he und mit einigen Songperlen gespickt, zeigt es einen spielfreudigen, nachdenklichen, aber auch w\u00fctenden Heinz Rudolf Kunze.<\/p>\n<p>Dieses Album wird in einigen Jahren ein wertvolles Zeitdokument sein.<br \/>\nKunzes Angebot an Deutschland ist da \u2013 und genug Nachfrage besteht. Er selbst hat schon wieder neue Pl\u00e4ne: \u201eF\u00fcr mich ist dieses Album der H\u00f6hepunkt meiner Zusammenarbeit mit Udo. Aber jetzt m\u00fcssten wir mal was anderes machen. Vielleicht wie Neil Young in eine Scheune gehen und alles live aufnehmen. Da gibt es noch einige M\u00f6glichkeiten. Aber ich bin sehr zufrieden mit dem, was uns hier gelungen ist. Es ist eine wundersch\u00f6ne Platte.\u201c<\/p>\n<p>Von Arno K\u00f6ster<\/p>\n<p>Tracklist:<br \/>\n1. Besuch mich Marie<br \/>\n2. Das was niemals war<br \/>\n3. Die Angst geht um<br \/>\n4. Dann f\u00e4ngt die Liebe an<br \/>\n5. Was bin ich wert<br \/>\n6. Sie sind Migranten<br \/>\n7. Mehr von dir<br \/>\n8. Jeder Tote einer zuviel<br \/>\n9. Einen andern Menschen lieben<br \/>\n10. Wehrlos<br \/>\n11. Wir sind wir<br \/>\n12. Ich bin tot<br \/>\n13. Freundlichkeit<br \/>\n14. Irgendwo<br \/>\n15. Du musst dich irren<br \/>\n16. Wozu hat man Kinder<br \/>\nBonus Track: Dein ist mein ganzes Herz (Duett 2025) mit Annett Louisan<\/p>\n<p>Heinz Rudolf Kunze Live 2025<\/p>\n<p>03.07.25 &#8211; HAMBURG, CCH<br \/>\n06.07.25 &#8211; Z\u00d6RBIG, Z\u00f6rbig tanzt (Sportplatz Z\u00f6rbig)<br \/>\n18.07.25 &#8211; DILLINGEN, Lokschuppen Open Air<br \/>\n19.07.25 &#8211; STUTTGART, Killesberg<br \/>\n31.07.25 &#8211; THALE, Harzer Bergtheater<br \/>\n08.08.25 &#8211; CHEMNITZ, Klaffenbach Open Air<br \/>\n09.08.25 &#8211; BERLIN, G\u00e4rten der Welt<br \/>\n19.08.25 &#8211; HANAU, Amphitheater<br \/>\n20.08.25 &#8211; HANNOVER, Gilde Parkb\u00fchne<br \/>\n28.08.25 &#8211; GELSENKIRCHEN, Amphitheater<br \/>\n30.08.25 &#8211; BAD ELSTER, Naturtheater<br \/>\n31.08.25 &#8211; OSNABR\u00dcCK, Tag der Niedersachsen<br \/>\n07.09.25 &#8211; EUTIN, Seeb\u00fchne<\/p>\n<p>Website: www.heinzudolfkunze.de<br \/>\nFacebook: https:\/\/www.facebook.com\/heinzrudolfkunze<br \/>\nPresse: Stefanie G\u00f6thel, Meadow Lake Music GmbH, Tel. 0341 484000,<br \/>\nstefanie.goethel@meadow-lake-music.com<\/p>\n<p>Von Arno K\u00f6ster<\/p>\n<p><span style=\"color: #800000;\"><strong>Quelle: Meadow Lake Music<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #800000;\"><strong>Dieser Song ist ab dem 12.09.2025 auf allen Download- und Streaming-Portalen erh\u00e4ltlich.\u00a0<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #800000;\"><strong>Airdate (f\u00fcr Radiosender): 12.09.2025<\/strong><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eManchmal ist Pop auch okay.\u201c Angebot und Nachfrage \u2013 das neue Album von Heinz Rudolf Kunze Wortgewaltig, rockig, w\u00fctend, melancholisch. Eigentlich, wie man ihn kennt \u2013 und doch ist einiges anders. Oder besser: direkter. F\u00fcr den Kulturphilosophen Bazon Brock steht Alter f\u00fcr Vollendung, Meisterschaft, Gelingen und Scheitern. Probleme seien immer l\u00f6sbar, sagte er einmal. Das einzig Unl\u00f6sbare sei der Tod. Es k\u00f6nnte eine treffende Beschreibung von Heinz Rudolf Kunzes neuem Album \u201eAngebot und Nachfrage\u201c sein. Sein inzwischen 47. Werk ist ein meisterliches, abgehangenes Sp\u00e4twerk \u00fcber die gro\u00dfen Themen des Lebens. Seine Fans werden ihn daf\u00fcr feiern. Alle anderen sollten unbedingt sein Angebot annehmen \u2013 genug&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":38173,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3257,3231,4014,3237,3298,2],"tags":[972],"class_list":["post-38172","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-album","category-bergers-schlagerparadies","category-meadow-lake-music","category-pop","category-pop-deutschsprachig","category-schlager","tag-heinz-rudolf-kunze","wpcat-3257-id","wpcat-3231-id","wpcat-4014-id","wpcat-3237-id","wpcat-3298-id","wpcat-2-id"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bergers-schlagerparadies.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38172","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/bergers-schlagerparadies.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/bergers-schlagerparadies.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bergers-schlagerparadies.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bergers-schlagerparadies.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=38172"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/bergers-schlagerparadies.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38172\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":38174,"href":"https:\/\/bergers-schlagerparadies.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38172\/revisions\/38174"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bergers-schlagerparadies.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/38173"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bergers-schlagerparadies.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=38172"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/bergers-schlagerparadies.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=38172"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/bergers-schlagerparadies.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=38172"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}